Vortrag über den Weg zur Unerschütterlichkeit, Teil 2

Wege zur Unerschütterlichkeit

Letzte Woche hatte ich euch erklärt, wie man unerschütterlich wird.
Unerschütterlich hinsichtlich was? Unerschütterlich hinsichtlich der Welt, die uns hin und her reisst. Und was ist die Welt? Unsere Sinne. Mit dem Auge sehen wir, mit den Ohren hören wir, mit der Nase riechen wir, mit der Zunge schmecken wir, mit dem Körper empfinden wir und mit dem Geist denken wir. Jemand hat mir mal gesagt (Neurologieprofessorin?), dass die Wissenschaft nicht beweisen kann, dass ausserhalb des Gehirns überhaupt irgendetwas existiert. Der Film Matrix griff genau diese Thematik auf.

Im letzten Vortrag ging es um verschiedene Methoden, uns von unseren Sinneserfahrungen nicht mehr herumzerren und zum Unheilsamen verführen zu lassen. Sondern unerschütterlich zu werden.

Eine Methode war, den Geist so sehr zu erweitern, dass die Sinneserfahrungen nur noch auftauchen und wieder verschwinden, ohne dass wir danach greifen. Wir sehen, was in uns emotional vorgeht und lassen uns davon nicht vereinnahmen, sondern treffen weise Entscheidungen. Ohne uns selbst oder anderen zu schaden.

Eine war, sich bewusst zu machen, dass alles Materielle nur aus den vier Elementen besteht. Wir hängen sehr am Materiellen, besonders an diesem Körper, mit dessen Hilfe wir die Sinneserfahrungen ja überhaupt erst erleben können. Wenn wir uns immer wieder bewusst machen, dass unser Körper und der von anderen nur aus Atomen, den vier Elementen besteht, dass überhaupt alles Materielle nur eine Anhäufung von Elementen ist, können wir die Anhaftung daran reduzieren und überwinden.

Eine war, sich der Vergänglichkeit von allem bewusst zu sein und dass es sich nicht lohnt, etwas festhalten zu wollen, das nicht festzuhalten ist. Oder etwas wegzustossen, dass nicht wegbleiben wird.

Wenn wir unerschütterlich sind, lassen wir uns von dem, was wir durch unsere Sinne erleben, nicht mehr erschüttern. Weder, von etwas, was uns gesagt wird, noch von etwas, was uns angetan wird. Oder von dem wir befürchten, dass es uns gesagt werden oder widerfahren könnte. Wir müssen nicht mehr eingreifen, wenn etwas gesagt wird, das uns nicht passt. Oder wenn sich jemand nicht verhält, wie wir das gerne hätten. Wir können die spontane Reaktion entstehen und vergehen lassen und die Weisheit statt Gier und Hass entscheiden lassen, ob eine Reaktion nötig ist. Und wenn ja, welche.

Es geht nicht darum, keine Sinneserfahrungen zu haben. Das können wir in der Meditation erleben, wenn sich die Sinnestore schliessen und wir vollkommenen Frieden, vollkommenen Gleichmut in der vierten Vertiefung erleben, ohne jegliche Sinneserfahrungen.
Die Vertiefungen waren schon vor Buddha’s Zeit bekannt und er hat sie bei seinen Lehrern gelernt. Er hatte aber auch erkannt, dass sich nichts geändert hatte, wenn er aus der Vertiefung in die Welt zurückkehrte.
Wir müssen lernen, während wir uns in der Welt bewegen, sie nicht mehr zu greifen. Wir lassen die Welt los, die von aussen auf uns einprasselt und uns gefangen nimmt. Das heisst nicht, dass wir die Welt, die Sinneserfahrungen nicht mehr erleben. Sonst wären wir ja blind und taub und nicht mehr lebensfähig. Sondern wir greifen nicht mehr danach. Wir lassen uns nicht mehr von ‚ich will das aber‘ oder ‚ich hab aber keine Lust‘ herumkommandieren.

Im nächsten Schritt geht nun der Buddha weiter und verlässt das Gebiet der Sinneserfahrungen, der Welt. Wenn wir bis hier gekommen sind (mit der Umsetzung, nicht mit lesen!), haben wir die Welt losgelassen und haften nicht mehr an ihr an.
Was bleibt noch übrig, wenn die Welt losgelassen wurde? Was bleibt, wenn wir die Anhaftungen an die Sinne überwunden haben? Was steht uns der Befreiung noch im Weg? Davon handeln die nächsten Abschnitte.

Das Nichtsheitgebiet

Wiederum, ihr Bhikkhus, erwägt ein edler Schüler so:
,Sinnesvergnügen hier und jetzt und Sinnesvergnügen in künftigen Leben, Sinneswahrnehmungen hier und jetzt und Sinneswahrnehmungen in künftigen Leben, materielle Formen hier und jetzt und materielle Formen in künftigen Leben,
Wahrnehmungen von Formen hier und jetzt und Wahrnehmungen von Formen in künftigen Leben, und Wahrnehmungen des Unerschütterlichen, sie alle sind Wahrnehmungen.
Wo diese Wahrnehmungen ohne Überbleibsel aufhören, das ist das Friedvolle, das ist das Erhabene, nämlich das Nichtsheitsgebiet.‘
Wenn er auf diese Weise übt und häufig so verweilt, erlangt sein Geist Zuversicht in Bezug auf diese Grundlage.
Sobald volle Zuversicht vorhanden ist, erlangt er entweder gleich das Nichtsheitsgebiet oder ansonsten entschließt er sich zur Weisheit.
Bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, ist es möglich, dass dieses sein weiterführendes Bewusstsein zum Nichtsheitsgebietweitergeht.
Dies, ihr Bhikkhus, wird als der erste Weg, der auf das Nichtsheitsgebiet ausgerichtet ist, verkündet.

Auf welche Art auch immer wir Unerschütterlichkeit erreicht haben. Auch die Unerschütterlichkeit ist eine Wahrnehmung, eine geistige Vorstellung über Unerschütterlichkeit. Wenn wir selbst die Vorstellung von „nichts kann mich erschüttern“ loslassen können, bleibt nichts mehr übrig. Im Geist ist nichts mehr. Der Geist ist friedvoll und erhaben. Nicht nur in der Meditation, sondern jederzeit. Er haftet nicht mehr an den Dingen der Welt. Weder an den Sinnesvergnügen noch am Körperlichen. Noch nicht einmal daran, dass er nicht mehr daran hängt.
Sobald der Geist das wirklich umgesetzt hat und Sinnesvergnügen sowie die Materie, die Sinnenvergnügen ermöglicht, losgelassen hat, aber an diesem „Da ist nichts, keine Anhaftung an Sinnlichem oder Materiellem“ noch anhaftet, so hat er in dem Moment das Nichtsheitsgebiet erlangt.
Oder er entschliesst sich zur Weisheit – und lässt komplett los. Befreit sich vom Leiden.

Nach dem Tode ist es möglich, dass der Geist zum Daseinsbereich des Nichtsheitsgebiets weitergeht, was der 6. Vertiefung entsprechen würde. Obwohl ich hier nicht aus eigenem Erleben sprechen kann, vermute ich einfach wild drauflos, dass ein Geist, der nicht einmal mehr an Unerschütterlichkeit anhaftet, weil er die Welt so tiefgreifend losgelassen hat, in einem Daseinsbereich wiedererscheint, in dem es die Welt, die er überwunden hat, schlicht nicht mehr gibt.
So wie ich die „Regeln der Wiedergeburt verstehe, wird der Daseinsbereich, der Ort der Reinkarnation durch das bestimmt, wonach der Geist nach dem Tode greift bzw. woran er sich beim Tode geklammert hatte, es aber nicht festhalten konnte.
Haben wir während unserer Lebeszeit gelernt, nicht mehr nach den Sinneserfahrungen und nach Körperlichkeit (Materie) zu greifen, so tun wir das auch  beim Tode nicht. Und landen in einem Daseinsbereich, in dem es weder Sinne noch Materie gibt. Wo es eben ’nichts‘ gibt. Das Nichtsheitgebiet.

In der Vertiefungspraxis können wir das selbe verwirklichen, wenn wir in die 7. Jhana kommen. Darum landen wir im selben Daseinsbereich. Verschiedene Wege, gleiches Ergebnis nach dem Tode (falls wir im Momemt des Todes in der 7. Jhane verweilen). Mit dem Unterschied, dass es in der Vertiefung nur vorübergehend realisiert wurde. Die Vertiefungen unterliegen ja auch der Vergänglichkeit.

Wiederum, ihr Bhikkhus, erwägt ein edler Schüler, der sich in den Wald oder an den Fuß eines Baumes oder in eine leere Hütte zurückgezogen hat, so:
,Dies ist leer von einem Selbst oder was einem Selbst gehört.‘
Wenn er auf diese Weise übt und häufig so verweilt, erlangt sein Geist Zuversicht in Bezug auf diese Grundlage.
Sobald volle Zuversicht vorhanden ist, erlangt er entweder gleich das Nichtsheitsgebiet oder ansonsten entschließt er sich zur Weisheit.
Bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, ist es möglich, dass dieses sein weiterführendes Bewusstsein zum Nichtsheitsgebietweitergeht.
Dies, ihr Bhikkhus, wird als der zweite Weg, der auf das Nichtsheitsgebiet ausgerichtet ist, verkündet.

Nun spricht der Buddha nicht mehr von der Praxis im Alltag, sondern von der Meditation. Man zieht sich an einen stillen Ort zurück, wo man ungestört praktizieren kann. Man richtet die Aufmerksamkeit nicht nach aussen, auf Sinneskontakte und Materie, (die man ja überwunden und losgelassen hat), sondern nach innen. Untersucht es. Bis man tiefgreifend versteht: Hier drinnen gibt es nichts, was man ein Selbst nennen kann oder das einem Selbst gehören könnte. Das Bewusstsein z.B. ist kein Selbst. Es enthält kein Selbst. Es gehört auch keinem Selbst. Es ist leer von einem Selbst. Da ist nichts.

Bis man es nicht nur theoretisch weiss, sondern wirklich durchdringend erkennt. Da ist tatsächlich nichts!
Haftet der Geist an diesem „Da ist nichts“ an, so hat er das Nichtsheitsgebiet erlangt.
Oder er entschliesst sich zur Weisheit – und lässt los. Befreit sich vom Leiden.

Wiederum, ihr Bhikkhus, erwägt ein edler Schüler so:
,Ich bin nichts, was irgendjemandem irgendwo gehören könnte, auch gibt es nichts in irgendjemandem irgendwo, was mir gehören könnte.‘
Wenn er auf diese Weise übt und häufig so verweilt, erlangt sein Geist Zuversicht in Bezug auf diese Grundlage.
Sobald volle Zuversicht vorhanden ist, erlangt er entweder gleich das Nichtsheitsgebietoder ansonsten entschließt er sich zur Weisheit.
Bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, ist es möglich, dass dieses sein weiterführendes Bewusstsein zum Nichtsheitsgebiet weitergeht.
Dies, ihr Bhikkhus, wird als der dritte Weg, der auf das Nichtsheitsgebiet ausgerichtet ist, verkündet.

Nun wird im Alltag die gewonnene Erkenntnis, dass da kein Selbst in uns ist, auf alle anderen Wesen ausgeweitet. Genau wie wir, haben auch alle anderen kein Selbst. Wo es kein Selbst gibt, gibt es auch kein Mein. Es gibt weder in mir noch in anderen ein Selbst, dem irgendetwas gehören könnte. Ergo kann es auch nichts geben, das irgendjemandem gehören könnte.
Haftet der Geist an diesem „Es gibt nichts, das irgendjemandem gehören könnte“ an, so hat er das Nichtsheitsgebiet erlangt.
Oder er entschliesst sich zur Weisheit – und lässt los. Befreit sich vom Leiden.

Wiederum, ihr Bhikkhus, erwägt ein edler Schüler so:
,Sinnesvergnügen hierund jetzt und Sinnesvergnügen in künftigen Leben,
Sinneswahrnehmungenhier und jetzt und Sinneswahrnehmungen in künftigen Leben,
materielle Formen hier und jetzt und materielle Formen in künftigen Leben,
Wahrnehmungen von Formen hier und jetzt und Wahrnehmungen von Formen in künftigen Leben,
Wahrnehmungen des Unerschütterlichen und Wahrnehmungen des Nichtsheitsgebiets, sie alle sind Wahrnehmungen.
Wo diese Wahrnehmungen ohne Überbleibsel aufhören, das ist das Friedvolle, das ist das Erhabene, nämlich das Gebiet von Weder-Wahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung.‘
Wenn er auf diese Weise übt und häufig so verweilt, erlangt sein Geist Zuversicht in Bezug auf diese Grundlage.
Sobald volle Zuversicht vorhandenist, erlangt er entweder gleich das Gebiet von Weder-Wahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung
oder ansonsten entschließt er sich zur Weisheit.
Bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, ist es möglich, dass dieses sein weiterführendes Bewusstsein zum Gebiet von Weder-Wahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung weitergeht.
Dies, ihr Bhikkhus, wird als der Weg, der auf das Gebiet von Weder-Wahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmungausgerichtet ist, verkündet.“

Wenn wir in der Lage sind zu erkennen, dass selbst dieses „da ist nichts“ immer noch eine Wahrnehmung ist, eine geistige Vorstellung von etwas, nämlich von ’nichts‘, und selbst das loslassen können, so erleben wir einen noch friedvolleren, noch erhabeneren Geisteszustand von weder-geistig-Vorstellen-noch-Nicht-Vorstellen.
Haftet der Geist an dieser kaum noch wahrnehmbaren geistigen Vorstellung über Vorstellungen an, so hat er das Gebiet von Weder-Wahrnehmung-noch-nicht-Wahrnehmung erlangt.
Oder er entschliesst sich zur Weisheit – und lässt los. Befreit sich vom Leiden.

Das letzte Objekt der Anhaftung

Nach diesen Worten sagte der ehrwürdigeĀnanda zum Erhabenen:
Ehrwürdiger Herr, da übt ein Bhikkhu so:
,Es ist vielleicht nicht, es ist vielleicht nicht mein; es wird nicht werden und es wird nicht mein werden;
Was existiert, was entstanden ist, das überwinde ich.‘
So gewinnt er Gleichmut.
Ehrwürdiger Herr, erlangt solch ein Bhikkhu Nibbāna?“

Ich finde diesen Satz sehr schwer verständlich. Was soll das bedeuten: es ist vielleicht nicht?
In Udana 7.8 finden wir im Pali den genau gleichen Satz, der von Fritz Schäfer wie folgt übersetzt wird:

Nichts soll sein, nichts mein sein,
nichts soll werden, nichts soll mein werden

So ergibt diese Stelle für mich viel mehr Sinn.
Es gibt nichts, von dem ich möchte, dass es sein soll oder mir gehören möge.
Oder dass es entstehen oder mein werden soll.
Ich bin mit allem einverstanden, so wie es ist. Ohne irgendetwas ändern zu wollen.
Ich lasse alles los, was existiert, was entstanden ist.
So entsteht Gleichmut in mir.
Reicht dieser Gleichmut für die Befreiung vom Leid?

„Ein Bhikkhu hier, Ānanda, könnte Nibbāna erlangen, ein anderer Bhikkhu hier würde Nibbāna vielleicht nicht erlangen.“
„Was ist die Ursache und Bedingung dafür, ehrwürdiger Herr, weshalb ein Bhikkhu hier Nibbānaerlangen könnte,
während ein anderer BhikkhuNibbāna vielleicht nicht erlangen würde?“
Ānanda, da übt ein Bhikkhu so:
,Es ist vielleicht nicht, es ist vielleicht nicht mein; es wird nicht werden und es wird nicht mein werden. Was existiert, was entstanden ist, das überwinde ich.‘
So gewinnt er Gleichmut.
Er ergötzt sich an jenem Gleichmut, heißt ihn willkommen und hält sich daran fest.
Während er das tut, gerät sein Bewusstsein in Abhängigkeit davon und haftet daran an.
Ein Bhikkhu, Ānanda, der von Anhaftung betroffen ist, erlangt Nibbāna nicht.“

Hier sagt der Buddha ganz klar: Nein. Gleichmut reicht nicht. Denn wir können an diesem Gleichmut anhaften. Solange wir an irgendetwas anhaften, selbst an Gleichmut, kann Befreiung nicht verwirklicht werden.

„Aber, ehrwürdiger Herr, wenn jener Bhikkhuanhaftet, woran haftet er?“
„Am Gebiet von Weder-Wahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung, Ānanda.“
„Wenn jener Bhikkhuanhaftet, ehrwürdiger Herr, so scheint es, dass er am besten Objekt der Anhaftung haftet.“
„Wenn jener Bhikkhuanhaftet, Ānanda, so haftet er am besten Objekt der Anhaftung, nämlich dem Gebiet von Weder-Wahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung.

Wenn Gleichmut das Einzige ist, an dem noch angehaftet ist, so haftet man an Weder-Wahrnehmung-noch-nicht-Wahrnehmung. Man macht sich noch diese hauchfeine Vorstellung über Wahrnehmungen. So fein, dass sie schon nicht mehr wirklich Wahrnehmung ist, aber eben doch immer noch Wahrnehmung, also Vorstellung über etwas ist.
Da ist immer noch eine hauchfeine Überzeugung, dass da irgendjemand ist, der sich eben Vorstellungen macht. Ein Ich, das sich Vorstellungen macht, dass es an nichts mehr anhaftet.
Das ist das Letzte, an dem der Geist anhaften kann. Hat er diese Anhaftung überwunden, ist er befreit. Also wenn schon Anhaften, so ist das die beste, feinste Art der Anhaftung, da es die letztmögliche ist. Wenn man selbst diese hauchfeine, supersubtile Anhaftung überwunden hat, bleibt keine Anhaftung mehr übrig.

Ānanda, da übt ein Bhikkhu so: ‚Es ist vielleicht nicht, es ist vielleicht nicht mein;
es wird nicht werden und es wird nicht mein werden.
Was existiert, was entstanden ist, das überwinde ich.‘
So gewinnt er Gleichmut.
Er ergötzt sich nicht an jenem Gleichmut, heißt ihn nicht willkommen und hält sich nicht daran fest.
Weil er das nicht tut, gerät sein Bewusstsein nicht in Abhängigkeit davon und haftet nicht daran an.
Ein Bhikkhu, Ānanda, der von Anhaftung frei ist, erlangt Nibbāna.“

„Es ist wunderbar, ehrwürdiger Herr, es ist erstaunlich!
Der Erhabene hat uns in der Tat erklärt, wie man den Strom überquert, in Abhängigkeit von der jeweiligen Grundlage.
Aber, ehrwürdiger Herr, was ist die edle Erlösung?“
„Ānanda, da erwägt ein edler Schüler so:
,Sinnesvergnügen hier und jetzt und Sinnesvergnügen in künftigen Leben, Sinneswahrnehmungenhier und jetzt und Sinneswahrnehmungen in künftigen Leben,
materielle Formen hier und jetzt und materielle Formen in künftigen Leben, Wahrnehmungen von Formen hier und jetzt und Wahrnehmungen von Formen in künftigen Leben, Wahrnehmungen des Unerschütterlichen, Wahrnehmungen des Nichtsheitsgebiets und Wahrnehmungen des Gebiets von Weder-Wahrnehmung-noch-Nicht-Wahrnehmung,
dies ist Persönlichkeit, soweit sich Persönlichkeit erstreckt.
Dies ist das Todlose, nämlich die Erlösung des Geistes durch Nicht-Anhaften.‘

Hier erklärt der Buddha den letzten Schritt.
Solange Wahrnehmung, Vorstellung, egal wie hauchfein, vorhanden ist, solange ist ein Ich da, das wahrnimmt, das sich Vorstellungen macht. Das Ich erstreckt sich bis hierhin. Wo selbst der letzte hauchfeine Rest Vorstellung losgelassen wird, da hört auch das Ich auf. Jetzt hat der Geist selbst die Ich-Illusion losgelassen.
Da ist keiner, der wahrnimmt. Da ist keine Trennung mehr da zwischen dem Wahrnehmenden und dem Wahrgenommenen. Dem, der sich Vorstellungen macht und dem, über das sich Vorstellungen gemacht werden. Die Verblendung ist aufgehoben. Der Geist ist frei.

Somit, Ānanda, habe ich den Weg gelehrt, der auf das Unerschütterliche ausgerichtet ist,
ich habe den Weg gelehrt, der auf das Nichtsheitsgebiet ausgerichtet ist,
ich habe den Weg gelehrt, der Geist auf das Gebiet von Weder-Wahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmungausgerichtet ist,
ich habe erklärt, wie man den Strom überquert, in Abhängigkeit von der jeweiligen Grundlage,
ich habe edle Erlösung gelehrt.
Was ein Lehrer, der auf das Wohlergehen seiner Schüler aus ist und Mitgefühl für sie hat,
aus Mitgefühl für seine Schüler tun sollte, das habe ich für euch getan, Ānanda.
Dort sind Bäume, dort sind leere Hütten. Meditiere, Ānanda, sei nicht nachlässig, oder du wirst es später bereuen.
Dies ist unsere Anweisung an dich.“
Dies ist es, was der Erhabene sagte.
Der ehrwürdige Ānanda war zufrieden und entzückt über die Worte des Erhabenen.​

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