Bhikkhuniordination in Spanien

Ayya Anuvidita und ich hatten die große Ehre, bei der ersten Ordination einer Theravadabhikkuni in Spanien als Sanghasprecherinnen fungieren zu dürfen.

Schon mehrere Tage davor reisten wir, Ayya Tisarani, Ayya Soma aus Italien und die Samaneris Sīvalī und Kevalī nach Valderrobres südwestlich von Barcelona, um bei den Vorbereitungen zu helfen.

Die Ordination sollte auf einem Stück Land etwas außerhalb stattfinden, auf dem bereits der Bau einer Dhammahalle geplant war. Gelbe Absperrbänder markierten die Wände der zukünftigen Halle und auch die Steine waren bereits gesetzt, die die Eckpunkte der zu erstellenden Sima bildeten.

Eine Sima ist ein abgegrenzter Ordiniertenbereich, in der Ordinierte formelle Sanghahandlungen vornehmen können. Wie zum Beispiel eine Ordination.

Für die Erstellung einer Sima gibt es klare Regeln. Die Eckpunkte müssen definiert und durch eine Sangha von mindestens 4 Ordinierten bestätigt werden. Außerdem darf eine Sima sich nicht mit einer anderen Sima überlappen. Da natürliche Punkte wie Steine, Felsen, Flüsse etc. als Markierungspunkte zulässig sind, ist es nicht so einfach zu erkennen, ob früher schon mal eine Sima etabliert wurde. Wer weiss, ob es nicht vor hunderten von Jahren schon mal eine buddhistische Sangha in Spanien gab, von der man heute nichts mehr weiss? Das ist zwar unwahrscheinlich, aber nicht auszuschließen.

So beschlossen wir, auf der Fläche der neuen Sima sicherheitshalber allfällige bestehende alte Simas vorsichtshalber aufzuheben. Es soll ja niemand die Gültigkeit der neuen Sima und somit der gesamten Ordination in Zweifel ziehen können.

Anuvidita, unsere Spezialistin für Vinayafragen, erarbeitete das korrekte Vorgehen und erstellte das Protokoll für die Löschung der alten und Etablierung der neuen Sima.

Ich, als unsere Spezialistin für Pali, vertiefte mich in das flüssige und fehlerfreie Rezitieren der für die Zeremonie nötigen Texte.

Während die beiden Sameneris sich um den Aufbau der Zelte für die Ordination kümmerten, schritten wir vier Nonnen die zukünftige Sima ab, während ich bei jedem Schritt die Aufhebung der alten Sima rezitierte.

Nachdem das gut 250 Quadratmeter große Gebiet von alten Simas gereinigt war, legten wir die vier Eckpunkte der neuen Sima fest, die durch große Steinquader markiert wurden.

Nun war der Platz für die Ordination vorbereitet und wir konnten vor dem großen Tag noch eine Hauptprobe durchführen.

Am 25. Juni war es dann soweit.

Im kühlen Erdgeschoss unserer Unterkunft in Valderrobres erhielt Arindama von Anoma, einer liebevollen Unterstützerin, ein Bhikkuni-Robenset.

Nun konnte die Ordination beginnen.

Arindama wurde bei strahlendem Sonnenschein von den beiden Sanghasprecherinnen über die behindernden Faktoren befragt, bevor die eigentliche Ordination stattfand.

Während Anuvidita und ich die Texte rezitierten, durch die Arindama zur Bhikkhuni erhoben wurde, war ich einen Moment so ergriffen, dass ich beinahe meinen Text vergaß. Wie weise vom Buddha, dass er verfügte, dass zwei Sprecherinnen die Texte rezitieren!

Hier sind ein paar Impressionen der schönen Zeremonie:

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