Neigung des Geistes in Richtung heilsamer Geisteszustände

So sprach der Erhabene:

Ich sage, daß sogar schon die Neigung des Geistes in Richtung heilsamer Geisteszustände von großem Nutzen ist, um wieviel mehr körperliche und sprachliche Handlung, die davon herrühren? Daher:

(1) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden grausam sein; da wollen wir nicht grausam sein.‘

(2) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden Lebewesen töten; da wollen wir uns davon enthalten, Lebewesen zu töten.‘

(3) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden nehmen, was nicht gegeben wurde; da wollen wir uns davon enthalten, zu nehmen, was nicht gegeben wurde.‘

(4) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden nicht sexuell enthaltsam leben; da wollen wir sexuell enthaltsam leben.‘

(5) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden die Unwahrheit sagen; da wollen wir uns davon enthalten, die Unwahrheit zu sagen.‘

(6) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden gehässig reden; da wollen wir uns gehässiger Rede enthalten.‘

(7) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden grobe Worte gebrauchen; da wollen wir uns grober Worte enthalten.‘

(8) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden schwatzhaft sein; da wollen wir uns der Schwatzhaftigkeit enthalten.‘

(9) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden habgierig sein; da wollen wir nicht habgierig sein .‘

(10) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden einen übelwollenden Geist haben; da wollen wir einen Geist frei von Übelwollen haben.‘

(11) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden falsche Ansicht haben; da wollen wir Richtige Ansicht haben.‘

(12) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden falsche Absicht haben; da wollen wir Richtige Absicht haben.‘

(13) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden falsche Rede führen; da wollen wir Richtige Rede führen.‘

(14) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden falsches Handeln üben ; da wollen wir Richtiges Handeln üben.‘

(15) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden falsche Lebensweise üben; da wollen wir Richtige Lebensweise üben.‘

(16) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden falsche Anstrengung üben; da wollen wir Richtige Anstrengung üben.‘

(17) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden falsche Achtsamkeit üben; da wollen wir Richtige Achtsamkeit üben.‘

(18) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden falsche Konzentration üben; da wollen wir Richtige Konzentration üben.‘

(19) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden falsches Wissen haben; da wollen wir Richtiges Wissen haben.‘

(20) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden falsche Befreiung haben; da wollen wir Richtige Befreiung haben.‘

(21) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden von Trägheit und Mattheit übermannt; da wollen wir frei von Trägheit und Mattheit sein.‘

(22) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden rastlos sein; da wollen wir nicht rastlos sein.‘

(23) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden Zweifler sein; da wollen wir dem Zweifel entkommen.‘

(24) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden zornig sein; da wollen wir nicht zornig sein.‘

(25) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden rachsüchtig sein; da wollen wir nicht rachsüchtig sein.‘

(26) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden verächtlich sein; da wollen wir nicht verächtlich sein.‘

(27) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden herrschsüchtig sein; da wollen wir nicht herrschsüchtig sein.‘

(28) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden neidisch sein; da wollen wir nicht neidisch sein.‘

(29) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden geizig sein; da wollen wir nicht geizig sein.‘

(30) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden betrügerisch sein; da wollen wir nicht betrügerisch sein.‘

(31) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden hinterlistig sein; da wollen wir nicht hinterlistig sein.‘

(32) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden starrsinnig sein; da wollen wir nicht starrsinnig sein.‘

(33) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden überheblich sein; da wollen wir nicht überheblich sein.‘

(34) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden schwer zu ermahnen sein; da wollen wir leicht zu ermahnen sein.‘

(35) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden schlechte Freunde sein; da wollen wir gute Freunde sein.‘

(36) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden nachlässig sein; da wollen wir umsichtig sein.‘

(37) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden ohne Vertrauen sein; da wollen wir Vertrauen haben.‘

(38) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden schamlos sein; da wollen wir nicht schamlos sein.‘

(39) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden gewissenlos sein; da wollen wir nicht gewissenlos sein.‘

(40) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden nicht gelehrsam sein; da wollen wir gelehrsam sein.‘

(41) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden faul sein; da wollen wir energetisch sein.‘

(42) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden unachtsam sein; da wollen wir in Achtsamkeit verankert sein.‘

(43) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden ohne Weisheit sein; da wollen wir im Besitz von Weisheit sein.‘

(44) Der Geist sollte so geneigt sein: ‚Andere werden an ihren eigenen Ansichten anhaften, hartnäckig an ihnen festhalten und sie nur unter Schwierigkeiten aufgeben; da wollen wir nicht an unseren eigenen Ansichten anhaften, nicht hartnäckig an ihnen festhalten und sie leicht aufgeben.’“

Auszug aus Sallekhasutta, MN 8

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