Nach 6 Jahren Ausbildung bei der wunderbaren Ayya Phalañāṇī in der Aneñja Vihāra führt mich nun mein erster Schritt als unabhängige Nonne in die Mettā Vihāra. Hier tat ich vor inzwischen über 10 Jahren meine ersten Schritte in die Hauslosigkeit.
Obwohl sich hier einiges verändert hat, spüre ich sofort die unglaubliche Energie, die diesen Platz für mich einzigartig macht.
Ich merke, wie mein „innerer Buddha“ die Führung übernimmt und mich mit unglaublicher Kraft auf Befreiung ausrichtet. In der Aneñja hatte ich diese innere konsequente Ausrichtung nur zu oft vermisst. Doch ich weiss ja aus Erfahrung, dass auch dies der Vergänglichkeit zum Opfer fallen wird und bin unglaublich dankbar, dass ich in der Aneñja gelernt habe selbst dann zu praktizieren, wenn sich der innere Saboteur mal wieder quer stellt.
Doch noch ist diese einsgerichtete Kraft in mir vorhanden und ich genieße die kraftvolle Stille des abgeschiedenen Platzes.
Natürlich trägt dazu auch der Umstand bei, dass ich von der Laiengemeinschaft, die die Mettā führt, sehr freudig und wohlwollend empfangen wurde. Sowohl die Gemeinschaft als auch die wenigen Gäste freuen sich offensichtlich über den Nonnenbesuch und versorgen mich sehr liebevoll.

Es ist ganz wundervoll, in der Küche auf Almosen zu gehen und mit dem zufrieden zu sein, was mir in die Schale gegeben wird. Es ist wirklich sehr schwer, bei Martinas fantastischen, liebevoll zubereiteten Essen nicht zufrieden und glücklich zu sein.

Getreu dem Gotamisutta bemühe ich mich meinerseits, mich im Rahmen meiner Regeln so zu verhalten, dass ich leicht zu unterstützen bin und unterlasse, was zu Irritationen bei den Laien führen könnte.
Ich bin kein Fan der Ansicht, dass Laien dazu erzogen werden sollten, sich den Bedürfnissen der Ordinierten anzupassen. Es sind meine Regeln und ich habe sie zu beherrschen. Es liegt in meiner Verantwortung, mein Verhalten regelkonform zu gestalten und allenfalls freundlich darauf hinzuweisen, falls ich einem Anliegen der Laien nicht nachkommen kann.
Ich kenne keine Stelle im Vinaya, wo der Buddha Laien wegen ihrem Verhalten den Ordinierten gegenüber gemaßregelt hätte. Ich kenne aber mehrere Stellen, wo den Ordinierten Verhaltensänderungen auferlegt worden sind, weil Laien sich über deren Verhalten geärgert haben. Unser Verhalten soll den Laien Vorbild sein und Vertrauen schaffen.
Bis jetzt gelingt mir das, glaube ich, ganz gut.


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